Gestern Nacht war Vollmond. Er hatte Besuch vom Löwen und in dieser Konstellation sagt man, werden Selbstliebe und innere Stärke aktiviert um mutig und aktiv zu leben. Der Mond hat sich – gemeinsam mit dem Löwen – an unseren Vorhängen vorbeigeschlichen und mir mit ihrer Flutlichtartigen Helligkeit um 3:00 Uhr früh auf die Schultern geklopft. Eingeschlafen bin ich neben meinem Mann. Aufgewacht bin ich mit einem Kind quer über meinen Beinen. Das Andere lag Nase an Nase mit mir und hat mir süß, warm und lieblich – aber auch irgendwie beklemmend – ins Gesicht geatmet. Mein Mann war aufgrund des Platzmangels in eines der Kinderzimmer ausgewandert.

Jegliche Versuche wieder einzuschlafen waren erfolglos. Tagwache um 3:30 Uhr. Ich hatte mir zu Jahresanfang so fest vorgenommen, tägliche Morgenrituale einzuführen. Dabei hab ich an Meditation gedacht, oder an das Schreiben von Morgenseiten. Das soll den Weg frei machen fürs Wesentliche und den Verstand klären. Inspiriert dazu wurde ich von Julia Cameron durch ihr Buch „Der Weg des Künstlers“. 

In der Praxis besteht mein Morgenritual daraus, mir 3 Minuten Zeit für mein 6-Minuten-Tagebuch zu nehmen. Das mache ich im Badezimmer am Boden liegend, um niemanden zu wecken und bin stolz darauf, noch keinen Tag darauf vergessen zu haben. Die restlichen 3 Minuten erledige ich abends. So auch heute.

Nachdem ich mich etwas kultiviert hatte, setzte ich mich an meinen Arbeitsplatz und kämpfte mich ab ca. 4:00 Uhr früh durch technische Probleme an meinem PC. Zumindest hatte ich dabei Ruhe, weil alle anderen noch schliefen. Unsere Tochter Louisa spazierte mehrmals wortlos an mir vorbei und suchte nach einem Nestchen, in dem sie endlich schlafen konnte. Auch ihr setzten der Löwe und der Mond mit ihrer Beharrlichkeit zu. 

Nach Meditation war mir genausowenig, wie nach Schreiben. Dazu war die Ruhe zu wertvoll und wollte effizienter genutzt werden. Irgendwann war es dann 7:00 Uhr. Zeit, um alle aufzuwecken und ihnen ein leckeres Frühstück zu bereiten, bevor es mit dem Homeschooling (= Unwort des Jahres) losging.

Eines meiner weiteren puristischen Morgenrituale besteht Wochentags daraus, naked Matcha-Tee zu trinken und zwar ausschließlich. 5 Tage in der Woche habe ich das intermittierende Fasten gut in meinen Tagesablauf integriert und es fällt mir relativ leicht, das Frühstück ausfallen zu lassen. Heute war es etwas schwieriger, aber um dem Mond und dem Löwen zu beweisen, daß ich stark bin, hab ich widerstanden.

Manchmal tut es einfach gut, einen Mond und einen Löwen zu haben, ein Mantra oder den Glauben an etwas nicht greifbares, das uns Zuversicht schenkt und uns bekräftigt in unserem Sein und Handeln. Etwas, das uns dabei hilft, die eigene Kraft und Stärke zu entdecken und unser inneres Feuer zu entfachen. Um der Lethargie des Alltags – in dieser außerordentlichen Zeit – zu entfliehen und gewappnet zu sein für all das Wunderbare, das und bevorsteht.

Habt ihr ein Mantra? Nehmt ihr euch Zeit für Morgenrituale und wie schafft ihr es, diese in Euren Alltag einzubinden?

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